Freiberuflichkeit

Welche Berufe als "Freie Berufe" anerkannt sind, steht in § 18 des Einkommensteuergesetzes. Dort hat der Gesetzgeber eine Liste der sogenannten Katalogberufe zusammengestellt. Als freiberuflich gelten:

  • Heilberufe: Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker, Krankengymnasten, Hebammen, Heilmasseure, Diplompsychologen
  • Rechts-, steuer- und wirtschaftsberatende Berufe: Rechtsanwälte, Patentanwälte, Notare, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater Steuerbevollmächtigte, beratende Volks- und Betriebswirte, vereidigte Buchprüfer (und Buchrevisoren)
  • Naturwissenschaftliche / technische Berufe: Vermessungsingenieure, Ingenieure, Handelschemiker, Architekten, Lotsen, hauptberufliche Sachverständige
  • Informationsvermittelnde Berufe / Kulturberufe: Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer (und ähnliche Berufe), Wissenschaftler sowie
  • Künstler, Schriftsteller, Lehrer und Erzieher

Wichtig:

Durch den abschließenden Verweis auf "ähnliche Berufe" hat der Gesetzgeber klar gemacht, dass es sich beim Katalog der "Freien Berufe" nicht um eine abschließende Aufzählung handelt.

Freiberufler

müssen kein Gewerbe anmelden, jedoch das Finanzamt über den Beginn der freiberuflichen Arbeit informieren

  • profitieren von einer Reihe von steuerlichen Vorteilen (zahlen z.B. keine Gewerbesteuer)
  • dürfen unabhängig von der Höhe ihrer Umsätze und Gewinn eine vereinfachte Buchführung verwenden
  • müssen weniger Melde- und Prüfvorschriften beachten
  • sind nicht sozialversicherungspflichtig. Sie müssen ihre Sozialversicherungsbeiträge, beispielsweise für die Krankenkasse und die Rentenversicherung, selbst bestreiten

Wichtig:

Inwieweit Ihre Selbstständigkeit in die Kategorie der Freiberuflichkeit fällt, sollten Sie in einem Gespräch mit einem Existenzgründungsberater klären. Das IFB (Institut für Freie Berufe) führt regelmäßig Beratungstage durch, die Ihre Einordnung in den Bereich Freier Beruf versus Gewerbe thematisieren.

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