Anmeldungen und Genehmigungen

Wer ein eigenes Unternehmen gründen und führen will, muss dies beim Gewerbeamt anmelden. Ausgenommen von dieser Pflicht sind Freie Berufe wie Rechtsanwälte, Ärzte, Künstler, sofern sie nicht durch die gewählte Rechtsform (GmbH) als Gewerbetreibende anmeldepflichtig sind. Ebenso ausgenommen sind Land- und Forstwirte.

In Handwerksberufen gibt es die Meisterpflicht. Wer ein Restaurant eröffnen will, muss zunächst das Bauamt kontaktieren. Für das Betreiben einer Bar benötigen Sie eine Schankerlaubnis.

Genehmigungen, Zulassungen und bestimmte Qualifikationen sind in vielen Berufsfeldern Grundvoraussetzung.

Welches Gewerbe braucht eine Erlaubnis?

In der Bundesrepublik Deutschland gilt der Grundsatz der allgemeinen Gewerbefreiheit. Es gibt jedoch zahlreiche Gewerbezweige, die eine besondere Erlaubnis oder Genehmigung durch das Gewerbeamt vorweisen müssen (Überprüfung der persönlichen und wirtschaftlichen Zuverlässigkeit):

  • Einzelhandel
  • Gaststätten und Hotels
  • Bewachungsgewerbe
  • Personenbeförderung
  • Aufstellen von Spielgeräten mit Gewinnmöglichkeiten
  • Immobilienmakler, Bauträger, Baubetreuer und Anlagevermittler
  • Versteigerer
  • Pfandverleiher und Pfandvermittler
  • Fahrschulen usw.

Genehmigungsbehörden sind die Ordnungs- und Gewerbeämter der Stadt Aschaffenburg und der Landratsämter Aschaffenburg und Miltenberg.

Wichtig:

Keine Gewerbeanmeldung ist bei Freien Berufen sowie bei land- und forstwirtschaftlichen Betrieben erforderlich. Hier erfolgt die Anmeldung unmittelbar an das Betriebsstättenfinanzamt.

Wenn Sie handwerkliche Tätigkeiten ausüben möchten, ist eine Anmeldung bei der Handwerkskammer und somit eine Eintragung

  • für die sogenannten "Zulassungspflichte Handwerke" in die Handwerksrolle
  • für die sogenannten "Zulassungsfreie Handwerke" in das Verzeichnis der "Zulassungsfreie Handwerke"

durchzuführen.

Die Zugehörigkeit zu einem Handwerk, etwaige bestehende Zulassungsvoraussetzungen und die für die Eintragung notwendigen Nachweise sollten mit der Handwerkskammer frühzeitig (noch vor der Gewerbeanmeldung) geklärt werden. Hierdurch können zusätzliche Kosten vermieden werden!

Zulassungspflichtige Handwerke (Auszug aus § 1 Abs. 2 HWO) sind beispielsweise:

  • Augenoptiker
  • Bäcker und Konditoren
  • Dachdecker
  • Elektrotechniker
  • Feinwerkmechaniker
  • Friseure
  • Hörgeräteakustiker
  • Installateur- und Heizungsbauer
  • Karosserie- und Fahrzeugbauer  
  • Maler und Lackierer 
  • Maurer und Betonbauer
  • Metallbauer
  • Schornsteinfeger
  • Straßenbauer
  • Zahntechniker

Ausführliche Listen zu "Zulassungspflichtige" bzw. "Zulassungsfreie" Handwerke finden Sie unter: www.hwk-ufr.de

Das Handelsregister ist ein öffentlich einsehbares Verzeichnis. Es gibt Auskunft über die wirtschaftlichen Verhältnisse eines Unternehmens. Mit einer Eintragung in das Handelsregister schützen Sie auch Ihren Firmennamen.

Ein Eintrag in das Handelsregister ist Pflicht für

  • gewerbetreibende Kaufleute
  • OHG
  • GmbH
  • AG

Ausgenommen von der Eintragungspflicht sind: 

  • Kleingewerbebetriebe
  • Gesellschaften des bürgerlichen Rechts (GbR)

Sie können jedoch freiwillig eine Eintragung in das Handelsregister vornehmen lassen. Damit werden sie automatisch zum Kaufmann mit den dazugehörigen Rechten und Pflichten.

IHK Aschaffenburg und Handwerkskammer für Unterfranken beraten Sie

  • ob in Ihrem Fall eine Eintragung erforderlich ist
  • wie die Anmeldung vorzunehmen ist
  • was bei der Wahl der Firmenbezeichnung zu beachten ist

Die Eintragungen werden über einen Notar beim Registergericht vorgenommen.

Jeder Unternehmer ist dazu verpflichtet, dem Finanzamt innerhalb eines Monats seine Betriebseröffnung mitzuteilen. Zuständig ist das Finanzamt, in dessen Bezirk der Sitz oder die Geschäftsleitung des Unternehmens liegt. Nachdem Sie dem Finanzamt die Aufnahme Ihres Geschäftes mitgeteilt haben, schickt Ihnen die Behörde einen Fragebogen zu, den Sie ausfüllen müssen. Aufgrund der Auswertung des Fragebogens werden zum Beispiel Einkommensteuer-Vorauszahlungen oder die Pflicht zur Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen festgelegt.

Sie können sich den Fragebogen vorab aber auch im Internet herunterladen. Nach Einsenden des Fragebogens an Ihr zuständiges Finanzamt erhalten Sie eine Steuernummer. Die erteilte Steuernummer dient der behördlichen Orientierung und ist auf allen Schriftstücken anzuführen.

Bitte beachten Sie:

Sobald Sie als Selbstständiger den ersten Mitarbeiter beschäftigen möchten, müssen Sie eine Betriebsnummer beantragen. Mit der Betriebsnummer nehmen Sie sowohl die Anmeldung zur Sozialversicherung als auch die Meldung Ihrer Mitarbeiter bei der Krankenkasse vor.

Die Betriebsnummer wird von der Bundesagentur für Arbeit vergeben. Detaillierte Informationen, Antragsformulare und Branchenschlüsselverzeichnis können Sie auf den Internetseiten der Arbeitsagentur abrufen.

Betriebsnummern-Service
Telefon: 01801 664 466
betriebsnummernservice@arbeitsagentur.de

Eine Gewerbeversicherung schützt Ihr Unternehmen vor finanziellen Schäden und Risiken. So gehört beispielsweise eine Betriebshaftpflichtversicherung zum wichtigsten Schutz gegen Haftungsrisiken gegenüber Dritten. Und eine Berufshaftpflichtversicherung sichert Sie und Ihr Unternehmen gegen Vermögensschäden ab. Es gibt noch viele weitere Gewerbeversicherungen und es ist wirklich nicht leicht aus der Vielzahl an Angeboten die optimale Versicherung zu finden. Auf www.gewerbeversicherung.de erhalten Unternehmer umfassende Informationen zu allen empfohlenen Versicherungen und können unverbindlich einen Vergleich von Preis und Angebot der verschiedenen Versicherungs-
gesellschaften durchführen.

Bei einer Unternehmensgründung sollten Sie jedoch nicht nur das betriebliche Risiko im Blick haben, sondern auch Ihre persönliche Absicherung sicherstellen:

Als Selbstständiger sind Sie krankenversichungspflichtig, wobei Sie zwischen einer privaten und einer gesetzlichen Krankenversicherung wählen können.

Beachten Sie: Wer die gesetzliche Krankenversicherung verlässt, kommt nicht mehr zurück.

Tipp:

  • Alle wichtigen Lebenshaltungskosten während der ersten sechs Krankheitswochen sollten abgedeckt sein, denn als Selbständige/r erhalten Sie keine Lohnfortzahlung.
  • Informieren Sie Ihre Krankenkasse frühzeitig, wenn Sie sich selbständig machen wollen.
  • Auch eine Krankentagegeldversicherung ist empfehlenswert. Ein Krankentagegeld hilft Ihnen, Einkommensausfälle aufgrund längerer Erkrankung wenigstens zum Teil auszugleichen.

Die gesetzliche Unfallversicherung bietet Schutz bei Unfällen während der Arbeit und auf dem Weg in das Unternehmen. Ob Sie der gesetzlichen Unfallversicherung unterliegen, teilt Ihnen Ihre zuständige Berufsgenossenschaft nach Eingang Ihrer Gewerbeanmeldung mit.

Ein Unfall oder eine Erkrankung kann zu einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit führen, daher empfiehlt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Vergleichen Sie Preise und Leistungen der Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung, denn diese können stark voneinander abweichen.

Wenn Sie als Selbstständige/r bei einer gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichert sind, sind Sie dort auch pflegeversichert. Sie können aber auch eine private Pflegeversicherung wählen und/oder ergänzend eine Pflegezusatzversicherung abschließen, damit Leistungen wie zum Beispiel die Unterbringung in einem Pflegeheim abgedeckt sind.

Selbständige können sich bei der gesetzlichen Rentenversicherung freiwillig versichern. Lassen Sie sich beraten ob es sich lohnt, weiterhin freiwillig Beiträge zu zahlen.

Bitte beachten Sie: Für einige Selbständige (je nach Branche) besteht eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Arbeitgeber in bestimmten Wirtschaftszweigen sind verpflichtet, am Sozialkassen-Verfahren teilzunehmen. Hierbei handelt es sich um gemeinsame Einrichtungen von Tarifvertragsparteien, die auf allgemeinverbindlichen Tarifverträgen beruhen.

Tarifliche Sozialkassen existieren z. B. für das Maler-, das Dachdecker-, das Steinmetz-, das Betonsteinhersteller-, das Gerüstbauerhandwerk und das Bauhauptgewerbe.

In diesen Bereichen besteht eine Versicherungs- und Anmeldepflicht zu den jeweiligen tariflichen Sozialkassen (Urlaubs- und Zusatzversorgungskassen).

Bitte beachten Sie:

Gründer, die in einem dieser Wirtschaftszweige tätig werden, wird dringend empfohlen, sich wegen der Beitragspflichten im Vorfeld mit der zuständigen Sozialkasse in Verbindung zu setzen. Ob eine – und gegebenenfalls welche – Sozialkasse für Ihren Wirtschaftszweig zuständig ist, erfahren Sie bei der Handwerkskammer für Unterfranken.

Ansprechperson:

Handwerkskammer für Unterfranken
Gerhard Ruß
Telefon: 0931 30908-1136
g.russ@hwk-ufr.de

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